Forster Summer School 2018

Vom 04. bis zum 08. September fand zum ersten Mal die internationale und interdisziplinäre Forster Summer School des Fachbereichs 09 zum Thema „Global Change“ statt. Nach der feierlichen Eröffnung durch den Dekan Herrn Univ.-Prof. Dr. Dirk Schneider und Universitätspräsidenten Herrn Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch im Atrium Maximum ging es am ersten Tag nicht zuletzt wegen des Gutenbergjahres 2018 um mediale Revolutionen. Beginnend erhielten die 91 Anwesenden einen medienhistorischen Überblick von Univ.-Prof. Dr. Oliver Quiring (Kommunikationswissenschaften, JGU). Im Anschluss referierte Herr Univ.-Prof. Dr. Oliver Emrich (BWL, JGU) zur Wirkung von sozialen Medien auf das einzelne Individuum und die Gesellschaft.

Der Höhepunkt des Tages war ein Vortrag des Mitgründers und aktuellen CEO der Wissenschaftsplattform ResearchGate, Herrn Dr. Ijad Madisch. Er gab den Teilnehmenden einen Einblick in die Entstehung von ReseachGate und diskutierte die zukünftigen Entwicklungen von Wissenschaftspublikation. Den Abschluss des Tages bildete der Besuch des Gutenbergmuseums, eines der ältesten Buch- und Druckmuseen der Welt, in dem die Teilnehmenden die beiden originalen Gutenberg-Bibeln besichtigen konnten.

Der zweite Tag stand unter dem Motto „Herausforderungen des Energiebedarfs“. Nach dem Zusammentreffen der hiesigen Studierenden mit Teilnehmenden aus Nigeria, Kenia, Serbien und Lettland referierten Herr Univ.-Prof. Dr. Martin Pudlik von der TH Bingen über nationale und internationale Perspektiven der Energiewende sowie Herr Univ.-Prof. Dr. Horst Geckeis vom Karlsruher Institut für Technologie zu den wissenschaftlichen Herausforderungen der Endlagerung von Atommüll. Am Nachmittag bearbeiteten die Studierenden in Kleingruppen Fragestellungen zum Thema Kreuzfahrt. Zuvor erhielten sie dafür Impulse von Univ.-Prof. Dr. Anton Escher, Helena Rapp und Marie Karner. Als Rahmenprogrammpunkt wurde am Mittwoch das Mainzer Mikrotron, ein Teilchenbeschleuniger auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), besucht. Nach einer kurzen theoretischen Einführung wurde die Gruppe durch die Gerätschaften geführt.

„Migration“ war der thematische Schwerpunkt des nächsten Tages. Dabei ging es nicht nur um menschliche Wanderungsbewegungen, sondern auch um jene von Bakterien. So referierte beispielsweise Frau Univ.-Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) über die Entstehung von Antibiotika-Resistenzen und deren Transfer nach Deutschland. Die angeregte sich anschließende Diskussion zeigte, dass diese Thematik als sehr dringend wahrgenommen wurde. Einen gänzlich anderen Fokus legte Frau Univ.-Prof. Dr. Veronika Cummings (Humangeographie, JGU) bei ihren Ausführungen zur Transformation von Migrationsdynamiken. Ganz besonders interessant war für die Studierenden dabei die Verzweigung von aktuellen Geschehnissen mit theoretischen Perspektiven. Den Abschluss des Tages bildete eine Stadtführung mit Geographie für alle e.V., bei der elementare Punkte der Stadt besucht und mit einer wissenschaftlichen Perspektive beleuchtet wurden.

Am Freitag bearbeiteten die Studierenden zuvor eigens erstellte Fragestellungen, die sich thematisch an den globalen Wandel anlehnen sollten. Die vielseitigen Ergebnisse haben gezeigt, dass eine Verknüpfung der einzelnen Themenkomplexe durchaus gewinnbringend sein kann. Darauf aufbauend diskutierten die Studierenden mit Herrn Univ.-Prof. Dr. Christof Mandry (Goethe-Universität Frankfurt am Main) und Herrn Dr. Peter Hocke-Bergler (Karlsruher Institut für Technologie) mögliche zukünftige Entwicklungen der Asyl- und Migrationspolitik sowie der Bürgerproteste. Am frühen Abend lernten die Studierenden die Region Rheinhessen im Rahmen einer Weinbergsrundfahrt kennen. Die kulturelle und ökonomische Bedeutung des Weins wurde dabei durch Ausführungen eines Winzers beleuchtet.

Zwei Exkursionen am Samstag bildeten den Abschluss der Forster Summer School. Vormittags besuchte die Gruppe die in Wörrstadt ansässige juwi AG. Nach einer Führung durch das Unternehmen konnten die Studierenden einen Solarpark und eine Windkraftanlage besichtigen. Nach einer kurzen Mittagspause ging es weiter in die Kunsthalle Mainz, in der die Ausstellung Virtual Insanity besucht wurde. Mit dieser thematischen Verknüpfung zum ersten Tag endete die erste Forster Summer School. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!