Konzept

In fast allen wissenschaftlichen Berufen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Dieser Mangel wird umso eklatanter, je höher die Sprosse der Karriereleiter ist, die man betrachtet. Im besonderen Maß findet man eine weibliche Unterrepräsentanz in naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen und Berufen. Obwohl Frauen beim Studieneintritt ihren männlichen Kommilitonen hinsichtlich der Qualifikation in nichts nachstehen, sinkt ihr Anteil im Laufe des Studiums und später beim Eintritt in eine wissenschaftliche Karriere zunehmend.

Der Eintritt in die Universität stellt für alle jungen Studierenden eine große Veränderung dar. Die Ansprüche, die in der Schule an sie gestellt wurden, sind nicht vergleichbar mit der Notwendigkeit der Selbstorganisation und der selbständigen Planung des eigenen Werdegangs, die an der Universität eingefordert werden. Dazu kommt, dass sich die jungen Studentinnen und Studenten zunächst mit den speziellen Strukturen und Verhaltensmaßregeln der Universität vertraut machen müssen. Bei der Wahl einer harten Natur- oder Ingenieurwissenschaft sehen sich die jungen Frauen zudem noch mit einem stark männlich dominierten Umfeld konfrontiert. Zudem fehlt es jungen Frauen häufig an Vorbildern und Netzwerken, die relevant sind für das Stecken und Erreichen beruflicher Ziele.

Um Studentinnen in dieser schwierigen Phase zu unterstützen und ihnen bei der frühzeitigen, gezielten Planung und Gestaltung ihres Studiums beratend zur Seite zu stehen, macht das Ada-Lovelace-Projekt an den Universitäten Mainz, Koblenz und Kaiserslautern zum Wintersemester 2008/09 zum ersten Mal ein Mentoring-Angebot für Studienanfängerinnen.

Mentoring Beziehung

Die Basis des 12-monatigen Mentoring-Programms bilden die so genannten Tandems, bestehend aus einer erfahrenen Studentin und einer Studienanfängerin. Die Mentorin unterstützt die Mentee und führt sie in die Hochschulkultur ein, steht aber auch bei Fragen zur Organisation des Studiums, Belegung von Seminaren usw. zur Verfügung. In dieser one-to-one-Beziehung finden regelmäßige monatliche Treffen und Gespräche statt, darüber hinaus ist Kontakt telefonisch oder per E-mail möglich. Die Beziehung der Tandems sollte geprägt sein durch Freiwilligkeit, Hierarchiefreiheit und Vertraulichkeit. Zwischen den Partnern gibt es keine Weisungsbefugnis.
Die Mentoring-Beziehung eröffnet beiden Partnern in einem geschützten Rahmen Erfahrungen und Erkenntnisse zu sammeln - und auch Fehler zu machen.

Grundsätzlich ist die Dauer der Mentoring-Partnerschaft auf ein Jahr angelegt.
Im Anschluss daran ist es den Beteiligten freigestellt, ob und in welcher Form sie diese weiter aufrecht erhalten möchten.

Rahmenprogramm

Darüber hinaus wird der persönliche Austausch zwischen Mentorin und Mentee strukturiert und ergänzt durch ein vielfältiges Rahmenprogramm. Dies besteht aus Schulungen und Workshopangeboten sowie verschiedenen Angeboten, die der Netzwerkbildung dienen, darunter ein monatlicher Stammtisch für Mentees und die Auftakt- und Abschlussveranstaltung.

Aus dem Workshopangebot sind verpflichtend drei Workshops zu besuchen. Themen der Workshops sind u.a. Arbeiten im Team, Präsentationstechniken und Rhetorik, Verhandlungsführung, Zeitmanagement, usw.

Darüber hinaus können weitere Angebote freiwillig besucht werden. Die Netzwerktreffen haben ebenfalls verbindlichen Charakter.

Ziele und Chancen

Für Mentees
  • Persönliche Unterstützung in der neuen Situation an der Hochschule
  • Impulse zur formalen und inhaltlichen Gestaltung des Studiums
  • Informelle Informationen zu Strukturen, Abläufen und Personen
  • Erwerb von Handlungswissen und Schlüsselkompetenzen durch Workshops und Seminare
  • Integration in Netzwerke
  • Stabilisierung des fachorientierten Selbstvertrauens
Für Mentorinnen
  • Sammeln von Coaching Erfahrungen
  • Erweiterung der Beratungs- und Führungskompetenz
  • Ausbau des eigenen Kontaktnetzes
  • Wissen- und Erfahrungstransfer bzw. Reflexion des eigenen Studienverlaufs
  • Ausbau berufsrelevanter Schlüsselqualifikationen
  • Entwicklung neuer Impulse und Perspektiven
 
Kontakt Ansprechpartnerin für den Bereich Mentoring
Ada-Lovelace-Projekt
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Heike Ettischer
Johann-Joachim-Becher-Weg 14
55128 Mainz
Tel +49 6131 39-25876 oder 39-25626 
Fax +49 6131 39-24698  

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