Internationale Konferenz zur Elektrosynthese an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Am 14. und 15. September 2017 gab sich die internationale Elite der Elektrosynthese in Mainz ein Stelldichein. Rund 120 Spezialisten aus diesem aufstrebenden Zweig der Chemie aus Japan, USA, Italien, Holland, Schweiz und Deutschland trafen sich für das Symposium an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Prof. Siegfried R. Waldvogel von der JGU hat dieses Treffen zum wiederholten Male organisiert. Besonders bemerkenswert war die starke Beteiligung durch Vertreter der chemischen Industrie. Prof. Waldvogel freut sich: „Bislang wurde die Elektrosynthese immer als Nischenthema belächelt. Jetzt springen nach und nach die Anwender auf dieses zukunftsträchtige Thema auf.“

Bei vielen chemischen Synthesen werden meist nur Elektronen zu Molekülen hinzugefügt oder diesen entnommen. Bei klassischen Verfahren geschieht dies durch Chemikalien und Reagenzien, welche zu diesem Zweck aber auch erst einmal hergestellt werden müssen und oft giftige Abfälle erzeugen. In der Elektrosynthese übernimmt diese Aufgabe direkt der elektrische Strom. Damit sind nachhaltige, zukunftsweisende und effizientere Herstellungswege für viele chemische Produkte möglich. Prof. Waldvogel merkt an: „International spricht man von der Elektrifizierung der chemischen Synthese und hält die Fortschritte für eine disruptive Technologieentwicklung oder auf neudeutsch als Game Changer“.