Zum dritten Mal wird ein Student des Geographischen Instituts mit dem Förderpreis der süddeutschen Zuckerwirtschaft ausgezeichnet

Jan Schlüter für Masterarbeit zu den Folgen des Klimawandels auf die Cercospora-Blattfleckenkrankheit im Zuckerrübenanbau geehrt

(14.01.2016, Fuchs)

Mit dem Förderpreis der süddeutschen Zuckerwirtschaft werden jedes Jahr im Rahmen der Tagung des ‚Kuratoriums für Versuchswesen und Beratung im Zuckerrübenanbau‘ herausragende Arbeiten zur Erforschung und Entwicklung eines zukunftsfähigen Zuckerrübenanbaus in Süddeutschland ausgezeichnet. Dieses Jahr wurde der dotierte Förderpreis Anfang Januar durch den Vorsitzenden des Verbandes Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V., Dr. Hans-Jörg Gebhard, in der Joseph-von-Fraunhofer-Halle in Straubing vor 700 Besuchern an zwei Nachwuchswissenschaftler verliehen. Neben Christoph Ott (Universität Hohenheim), der seine Bachelorarbeit zum Thema „Chemisch-mechanische Unkrautbekämpfung bei Zuckerrüben“ verfasste, wurde Jan Schlüter vom Geographischen Institut der JGU ausgezeichnet. Er bekam den Förderpreis für seine Masterarbeit „Mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Blattfleckenkrankheit Cercospora beticola Sacc. bei Zuckerrüben (Beta vulgaris L.) in ausgewählten Gebieten von Rheinland-Pfalz und Südhessen“. Jan Schlüter verfasste seine Abschlussarbeit im Studiengang Master of Education Geographie am Geographisches Institut des Fachbereichs 09 Chemie, Geographie und Pharmazie der JGU. Betreut wurde die Arbeit von Herrn Prof. Dr. Hans-Joachim Fuchs und Herrn Univ.-Prof. Dr. Anton Escher vom Geographischen Institut. Bereits 2012 und 2015 erhielten Pascal Kremer und Jonas Fischer, beide ebenfalls Absolventen des Geographischen Instituts, diesen dotieren Förderpreis der süddeutschen Zuckerwirtschaft.

Jan Schlüter untersuchte mithilfe von Computer-Modellen, wie sich im Zuge des projizierten Klimawandels der Befall mit der Cercospora-Blattfleckenkrankheit in Zuckerrüben verändert. Dabei zeigte er naturräumliche Unterschiede auf und zog wichtige agrargeographische Schlüsse, beispielsweise inwiefern früher mit dem Auftreten der Blattkrankheit zu rechnen ist und ob diese durch den Klimawandel in anderen Wachstumsstadien der Zuckerrübe auftritt.

Auf Grundlage der erzielten Erkenntnisse wurde bereits ein Folgeprojekt initiiert. In diesem werden aktuell die Modelle für die landwirtschaftliche Beratung mit dem Ziel optimiert, Fungizide einzusparen. Hier wird die Umwelt- und Gesellschaftsrelevanz angewandter geographischer Forschung im Verbund mit Praxispartnern aus dem Agrarbereich deutlich.

Die Masterarbeit von Jan Schlüter ist Teil des laufenden Drittmittelprojektes zur „Erforschung der möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf den Zuckerrübenanbau in Rheinland-Pfalz“ des Geographischen Instituts und des Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen. Die Arbeit war zudem Teil des „Zukunftsprojektes Zuckerrübe“, das vom Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V. geleitet wird und unter anderem von den Landwirtschaftsministerien der Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen, dem Pflanzenzüchter Strube GmbH & Co. KG sowie dem Kuratorium für Versuchswesen und Beratung im Zuckerrübenanbau finanziell unterstützt wird. Die Arbeit wurde fachlich auch durch die Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) unterstützt.