Jan Schlüter des Geographischen Instituts der JGU erhält Gutenberg-Stipendium der Stadt Mainz

Masterarbeit zu den Folgen des Klimawandels auf die Cercospora-Blattfleckenkrankheit im Zuckerrübenanbau ausgezeichnet

22.06.2015

Mit dem Gutenberg-Stipendium werden jedes Jahr durch die Landeshauptstadt Mainz herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten mit einem regionalen Bezug zum Stadt- und Gemarkungsgebiet von Mainz ausgezeichnet.
Verliehen wurde die Auszeichnung am vergangenen Samstag im Vortragssaal des Gutenberg-Museums durch Frau Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur und Herrn Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz an insgesamt sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Hochschule Mainz; darunter ein Absolvent des Geographischen Instituts der JGU.

Jan Schlüter schrieb seine Abschlussarbeit im Studiengang Master of Education Geographie am Fachbereich Chemie, Geographie und Pharmazie der JGU über das Thema „Mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Blattkrankheit Cercospora beticola Sacc. bei Zuckerrüben (Beta vulgaris L.) in ausgewählten Gebieten von Rheinland-Pfalz und Südhessen“. Er wurde Herrn Prof. Dr. Hans-Joachim Fuchs und Herrn Univ.-Prof. Dr. Anton Escher vom Geographischen Institut des Fachbereichs betreut. 

Im Jahr 2014 wurden im Mainzer Gemarkungsgebiet von insgesamt 59 landwirtschaftlichen Betrieben auf einer Fläche von 586 ha Zuckerrüben angebaut (hauptsächlich in den Stadtteilen Bretzenheim und Hechtsheim). Aktuelle Erntemengen von circa 42.000 t pro Jahr belegen die wichtige Bedeutung für die regionale Landwirtschaft.
Jan Schlüter untersuchte im Rahmen seiner Arbeit anhand eines Modells, wie sich im Zuge des projizierten Klimawandels der Befall durch die regional bedeutendste Blattfleckenkrankheit Cercospora beticola bei Zuckerrüben verändert. Dabei ging er auf mesoskalige naturräumliche Unterschiede ein und zog daraus wichtige agrargeographische Rückschlüsse, inwiefern sich gegebenenfalls die Krankheit durch den Klimawandel auf das Zuckerrübenwachstum auswirkt. Demnach verfrüht sich möglicherweise das Auftreten der Blattfleckenkrankheit und beschleunigt dadurch die Ausbreitung etwas stärker im Vergleich zum Wachstum der Zuckerrübenpflanze. Die Arbeit lieferte wichtige Erkenntnisse für ein Folgeprojekt, welches die eingesetzten Modelle zur gezielten Beratung der Landwirte mit dem Ziel optimiert, Fungizide einzusparen.
Hier zeigt sich die Gesellschafts- und Umweltrelevanz angewandter geographischer Forschung im Verbund mit Praxispartnern.
Die Arbeit entstand im Rahmen des laufenden Drittmittelprojektes zur „Erforschung der möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf den Zuckerrübenanbau in Rheinland-Pfalz“ des Geographischen Instituts, dem Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen, dem Projekt „Zukunft Zuckerrübe“ des Verbandes der hessisch-pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V. Das Projekt wird gefördert durch die jeweiligen Landwirtschaftsministerien in Rheinland-Pfalz und Hessen, der Pflanzenzüchter Strube GmbH & Co. KG sowie dem Kuratorium für Versuchswesen und Beratung im Zuckerrübenanbau. Weiterhin fachlich unterstützt wurde die Arbeit durch die Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP).